Mittwoch, 11. Januar 2017

Der letzte Stern (Rezension)

Der letzte Stern
Autor: Rick Yancey
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Roman (Fantasy)
Verlag: Goldmann
Preis: 16,99
Erscheinungsdatum: 03.10.2016

Sie kamen, um uns zu vernichten: die 'Anderen', eine fremde feindliche Macht. Vier Wellen der Zerstörung haben sie bereits über die Erde gebracht. Sie töteten unzählige Menschen, zerstörten Häuser und Städte, verwüsteten ganze Landstriche. Sie verbreiteten ein tödliches Virus und schickten gefährliche Silencer, um jedes noch lebende Wesen aufzuspüren. Jetzt ist die Zeit der fünften Welle gekommen, die Vollendung ihres Plans, alles Menschliche auszurotten. Doch noch gibt es Überlebende: Cassie, Ben und Evan werden weiterkämpfen. Sie wollen die Menschheit nicht aufgeben. Und wenn sie sich selbst dafür opfern müssen ...
Wie schon bei seinen Vorgängern finde ich die Gestaltung von "Der letzte Stern" richtig gelungen: Ein Felsvorsprung, auf dem man ein Mädchen sieht, das einem den Rücken zukehrt, auf die Ebene unter sich hinabblickt. Die einzigen Farben, die man sieht, sind schwarz und eine Art rosegold, was das Buch von "Die 5. Welle" und "Das unendliche Meer" abhebt, die golden waren. Aufjeden Fall ein tolles Cover, welches super zum Inhalt passt.

Der Einstieg in den dritten Band ist mir etwas schwer gefallen, weil ich mich kaum noch an die Handlung des Vorgängers erinnern konnte. Die des ersten Bandes ist durch den Film noch gut in meinem Gedächtnis, doch beim zweiten setzt es aus. Dennoch habe ich einfach weitergelesen und so nach und nach kamen die Erinnerungen wieder und die Handlung fesselte mich wieder. Es beginnt so spannend, wie es aufgehört hat und man kann das Buch kaum aus der Hand legen, weil man als Leser wissen möchte, wie diese apokalyptische Welt zu einem guten Ende finden kann.

Die Handlung beginnt einige Zeit nach dem Ende des zweiten Buches. Cassie, Ben, Evan, Sammy, Dumbo und Megan haben im Haus eines toten Silencers Zuflucht gesucht, haben sich ausgeruht und schmieden jetzt Pläne für das, was noch kommen wird. Ben will sich unbedingt auf die Suche nach Ringer und Teacup machen, die vor so langer Zeit weggegangen und noch nicht wieder zurück sind. Die Anderen werden in vier Tagen ihren letzten Zug machen, werden Bomben auf die Erde werfen, um die Städte zu zerstören und damit den Startschuss für den endgültigen Untergang der Menschheit machen.

"Der letzte Stern" ist ein wenig anders unterteilt als seine Vorgänger. Statt mehreren Teilen, die jeweils aus einer einzigen Sichtweise erzählt werden, gibt es genau viel Teile, die jeweils einen Tag umfassen, denn der Großteil der Handlung spielt eben in diesen vier Tagen, bevor der letzte Schlag der anderen fällt.

Die Charaktere haben es mir schon in den Bänden davor angetan, allen voran Cassie, deren Art mir einfach sympathisch ist. Es ist wirklich erstaunlich, wie diese kleine Highschoolschülerin kämpft und wie sie es schafft nicht aufzugeben. Dabei ist ihre Art immer wieder voller Selbstironie und Sarkasmus, so dass man tatsächlich zwischendurch schmunzeln muss. Aber auch alle anderen Charaktere sind glaubwürdig und zum einen große Sympathieträger und zum anderen einfach das Gegenteil. 
So fällt es mir schwer von ihnen allen Abschied zu nehmen und auch wenn ich noch die ein oder andere Frage hätte, ist das Ende einfach durchweg gelungen und läßt mich mit gemischten Gefühlen zurück.

Über Rick Yanceys einzigartigen Schreibstil hat mir schon in den ersten beiden Bänden gefallen. Daran hat sich zum Glück nicht viel geändert. Seine bildgewaltige Sprache, die reich an Metaphern ist, hat mir mehr als einmal eine Gänsehaut über die Arme gejagt. Vor allem zum Ende hin entfaltet er sein volles erzählerisches Talent vor dem großen Finale.Die Perspektivenwechsel zwischen den Protagonisten haben auf jeden Fall wieder für viel Abwechslung gesorgt und die meiste Zeit ging es auch hier wieder darum, zu retten und gerettet zu werden. Erst im letzten Drittel konnte man wieder mehr hinter die Kulissen schauen und erfahren, welche Pläne umgesetzt und umgangen wurden.

Ein erschreckendes Zukunftsszenario, dass einen Einblick in die menschliche Psyche gibt und die Reaktionen, die so eine extrem bedrohliche Situation auslösen kann. Das Ende war passend, auch wenn es mich doch ein bisschen unzufrieden zurückgelassen hat. Für mich insgesamt eine zufriedenstellend Reihe, die ich mit ein paar Kleinigkeiten gut an Distopie-Liebende empfehlen kann. 





Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar des Goldmann Verlags.

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